*Fühlt es sich so an? Der Schmerz?*
Sie sah auf ihre Hand und sah dann in den Spiegel, der ihr schräg gegenüber hing. Trotz der Risse und Splitter die er aufwieß, zeigte er ein traurig, fast verzweifelt wirkendes Mädchen mit langen braunen Haaren. Die sie gekonnt mit einer Haarklammer nach oben gesteckt hatte. Sie war traurig, das sah sie, und auch wütend. Die Tränen rannen Ihr wie Wasserfälle über das Gesicht, aber sie wollte nicht weinen. Zurückhalten und so tun als wäre alles in Ordnung war unmöglich dafür tat es ihr zu sehr weh, was er getan hat.
Er, Stefano … wie sie den Namen hasste, dabei hatte sie Ihn kurz vorher noch so gerne gehört und ausgesprochen. Eigentlich wollte sie nicht Wahrhaben was passiert ist, doch sie konnte einfach nicht mit diesem Wissen und dieser Angst vor den Altar treten. Sie hörte ein Geräusch. Der zweite Blick in den zerbrochenen Spiegel zeigte, das Ihre Trauzeugin in das öffentliche WC gekommen ist. Sie sah die blutige Hand und ahnte das was nicht stimmte. Ein fast erstickter Aufschrei Ihres Namens signalisierte Sahra das Mandy die Hand erblickt hatte. Also drehte Sahra den Wasserhahn auf und versuchte sich das leicht getrocknete Blut wieder abzuwaschen.
*Mandy was machst du hier? Solltest du nicht draußen bei den Vorbereitungen helfen?* Sahra trocknete sich die Hände, was Ihrer Freundin aber nicht reichte, sie musste die Hand genauer Inspzieren.
*Das sollte genäht werde.* Sprach Mandy in Ihrem gewohnt ruhigen Ton. Man merkte Ihr an, das sie ahnte warum Sahra so ausgeflippt ist.
*Du weisst davon nicht wahr? Warum hast du es mir nicht gesagt? Mandy du bist meine beste Freundin du hättest es mir sagen müssen!* Doch Mandy schwieg. Lange war die Luft in dem Raum zum zereisen gewesen bis Mandy die stille durchbrach. Sie sah in Sahras traurige und doch hasserfüllte Augen und sprach fast unhörbar das erwartete.
*Ich wollte nicht das du… Du liebst Stefano doch so sehr.* Ihr stottern signalisierte Sahra welch ein Kampf in Mandy toben musste, aber dafür hatte sie in diesem Augenblick keinen Sinn, sie wollte heute Heiraten. Sie hätte fast den Mörder Ihres Bruders geheiratet. Dieser Gedanke schoss Sahra wie ein Blitz in den Kopf und die Tränen über den verlorenen Bruder rannen erneut über Sahras Gesicht.
*Mandy warum, wie konntest du zulassen, das ich mich überhaupt in Ihn verliebe? Er hat es nicht verdient, du hättest es mir sagen müssen.*
*Ich hab es doch selbst erst vor der Hochzeit erfahren, Sahra bitte glaub mir.* Die Freundin wandte sich ab, um Ihre Tränen zu verbergen. *Sahra er wollte deinen Bruder nicht umbringen es war ein Unfall. Wieso sollte Stefano dich anlügen? Er hat es dir doch gebeichet?* Mandy wusste nicht ob Stefano es persönlich Sahra gesagt hatte, dass er der Anonyme Anrufer damals bei der Polizei war, obwohl er Fahrerflucht begangen hatte. Sie ahnte nicht das Sahra es nicht von Stefano erfahren hat.
*Du irrst dich Mandy.* Sahra war plötzlich total ruhig. *Stefano hat es mir nicht erzählt. Ich wollte zu Ihm… Ihm nochmal sehen bevor wir vor den Altar treten… Ich wollte einfach nochmal hören das er mich liebt und ihm meine Liebe gestehen, doch …* Sahra machte eine bedeutungsvolle Pause. *Stefano unterhielt sich mit Mum und Dad… sie wussten es auch. Warum habt Ihr mich soweit gehen lassen? Mum hat geweint das konnte ich hören. Und Dad hat Stefano angeschrien und Ihm als Mörder bezichtigt. Er gab es zu…. Stafano sagte er wäre der Fahrer gewesen, der die Vorfahrt genommen hatte und verschwunden ist. Mein Bruder musste wegen Ihm sterben. Tim hätte sicher überlebt wenn er dort geblieben wäre und den Krankenwagen gerufen hätte.*
*Sahra mach mal nen Punkt. Ich weiß es ist schwer was deinem Bruder zugestoßen ist.* Mandy wurde langsam aber sicher sauer. Sahra dachte echt Stefano hat die alleinige Schuld. *Doch sieh der Wahrheit ins gesicht, er war sofort nach dem Unfall tod. er war total Besoffen und wollte mich damals noch abholen. Und wenn du mir jetzt Unterstellst mir liegt nichts an Tim dann irrst du dich, ich Liebe ihn und das weisst du. Doch keiner kann rückgängig machen was geschehen ist, auch du nicht Sahra.*
*Mandy ich kann nicht, Stefano hat mich belogen* Sahra wusste selbst nicht ob es stimmte, ihre Gedanken zeigten Ihr das es richtig ist nicht zum Altar zu gehen. Aber ihr Herz, sie Liebte Stefano doch, aber wie konnte sie mit dem Mörder Ihres Bruders in einem Bett schlafen? Wie konnte sie ihn Küssen? Ihn Lieben? Es war unmöglich.
*Ich werde die Hochzeit abblasen. Es gibt keine Andere möglichkeit. Ich kann Ihn so nicht Heiraten.*
*Sahra komm zur Vernumpft, dein Bruder ist seid 5 Jahren tod. Ich konnte Stefano verzeihen. Er hat nach dem Unfall immerhin alles Versucht um Tim zu retten, aber es war zu spät. Er ist damals in eure nähe gezogen um wenigstens auf dich und deine Eltern aufzupassen. Sahra er liebt dich, und das ohne wenn und aber.*
*Saaahhhrrraaaaa… Schatz wo bist du…*
*Nein Stefano. Mandy bitte ich brauch noch Zeit, bitte blas die Hochzeit ab.*
Mandy verließ das WC und eilte zu Stefano, sie erklärte Ihm das es Sahra im Moment gar nicht gut geht. Sie hätte sowas wie kalte Füße bekommen, die Hochzeit muss verschoben werden. Stefano der immer verständnis für die macken seiner geliebten zeigte, wunderte sich. *Ihr ging es heute Vormittag doch noch gut und du meintest vorhin auch das alles bestens sei mit Ihr.* Mandy redete weiter auf Stefano ein, bis dieser endlich Nachgab und ihr das OK gab um den Hochzeitsgästen bescheid zu geben, das die Hochzeit nicht stattfinden würde. Also lief Mandy auch sofort in den Trausaal um dies bekannt zu geben, ihr war Mulmig bei dem Gefühl das Ihre beste Freundin, die Liebe ihres Lebens aufgeben würde. Angst hatte sie aber davor wie die Gäste gleich reagieren würden. Viele kamen von weit her. *Wenn sie, die beiden Lieben dann verstehen sie das.* Straffte sich Mandy und verkündete die schlechte Nachricht, ein Murmeln und Murren ging durch die Mengen und die Party löste sich auf.
Unterdessen suchte Stefano weiter nach Sahra, im Bad wurde er dann endlich fündig. Er sah die wunderschöne Brünette Frau verweint, mit Ihrem Brachtvollen Hochzeitskleid vor einem Spiegel stehen. Aber Irgendwas täuschte das Bild. Er sah sie noch eine Weile an. Das Blut… ein Schock durchfuhr Stefanos Körper, dann sah er den Zerbrochenen Spiegel, die blutige Hand und ahnte das Sahra herausgefunden hat was er Ihr bisher nicht sagen konnte.
Langsam und vorsichtig ging er auf Sahra zu bis er genau Hinter Ihr stand. Sahra die weinend mit geschlossenen Augen da stand merkte es erst zu spät.
*Sahra…* flüsterte Stefano. *Sahra es tut …*
Apruppt wurde Stefano unterbrochen. *Sag jetzt bitte nicht das es dir leid tut! Stefano, du hast meine Gefühle schamlos ausgenutzt. Du …* Sahra wurde immer wütender, jetzt wo Stefano vor Ihr stand und sie ansah musste sie sich einfach Luft machen. Sie schrie ihn an, sagte Ihm was sie von Ihm hielt und das sie Enttäuscht war, wie viele Menschen sie belogen hatten. Sie redete unter Tränen, dann wieder ein schwall aus Wut. Stefano lies sie reden, unterbrach sie nicht einmal. Doch merkte er das etwas zerbrochen ist. Es war nicht nur der Spiegel. Es war schlimmer, Ihr Herz. Er hatte Ihr wieder weh getan, genau das was er vermeiden wollte. Seine Augen wurden leer, er hat sie nicht Beschützen können. Er hat alles falsch gemacht.
Sahra endete in Ihren ausführungen, die ganze Zeit in der sie sich den Frust, die Trauer und den Schmerz von der Seele geschrien, geredet und geweint hatte, Hat sie nicht einmal auf Stefano geschaut, sie wollte sein entsetztes und wütendes Gesicht nicht sehen. Jetzt war sie fertig und als Stefano ihr nichts Entgegnete, schaute sie Ihn doch an. Sie musterte sein markantes Gesicht, welches sie in und Auswendig kannte. Dann sah sie in seine Himmelblauen Augen und sah das was er die ganze Zeit nicht einmal Aussprach, das es ihm Leid tat. Nun rollten ihm die Tränen entlang den Wangen hinab. Sahra fühlte sich schuldig. Sie liebte Ihn und das wurde Ihr nur all zu schmerzlich bewusst. Trotzdem, das sie ihn Hassen müsste für das was er getan hat, liebte sie Ihn. Stefano.
Lange schwiegen beide und schauten sich einander an. Stefano nahm Sahras Hand in die eine und legte seine rechte auf Ihre feuchte Wange.
*Sahra, verzeih mir ich konnte dich nicht beschützen… nicht vor mir. Du solltest aber wissen, das ich dich Liebe, ich habe dich nie Ausgenutzt um einer Strafe zu entgehen… Ich Liebe dich. Und ich werde heute noch zur Polizei gehen und mich selbst Anzeigen.* Sahra glaubte Ihren Ohren nicht zu trauen. Er will sich stellen? Dann wird er verhaftet und weggesperrt. Das konnte sie nicht zulassen, sie würde daran kaputt gehen. Ohne was zu sagen, lehnte Sahra sich an ihren Liebsten. Er hatte nicht erwartet jemals wieder Liebe von ihr zu spüren und nahm sie in den Arm. *Lass uns nach Hause gehen Stafano, dort entscheiden wir alles was kommen wird und wie es weitergeht.*







